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Kanuslalom im Zeichen der Corona Krise, Interview mit Kajak Bundestrainer Thomas Apel
Antworten von Kajak-Bundestrainer Thomas Apel:
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ie stellt sich für dich derzeit die Situation dar?
Nach den Ungewissheiten der letzten Wochen gibt es ein Fragezeichen weniger: Wir wissen, Olympia findet nicht zum geplanten Zeitpunkt statt. Diese Entscheidung ist nachvollziehbar und war abzusehen. Es bleiben dennoch viele weitere Fragen offen: wann wird der neue Termin genau sein, was passiert bis dahin mit dem nationalen und internationalen Wettkampfsystem usw. Bis diese Informationen konkret und belastbar sind und daraus neue Zielstellungen und Planungen gezogen werden können, haben wir uns als Trainingsgruppe (Hannes Aigner, Ricarda Funk, Fabian Schweikert, Elena Apel) entschieden, der Empfehlung von DOSB und DKV zu folgen und eine Trainingspause einzulegen. Die Athleten sind zu Hause und halten sich mit Home-workouts fit. Damit wollen wir die nötige Ruhe und Energie tanken, um bereit zu sein, wenn es dann wirklich und ohne Virusstörung Richtung Olympia bzw. Saison 2021 geht.... Wir schätzen, dass dann die Zeit für Erholung sehr knapp wird.
Wie funktioniert der Austausch mit den Sportlern?
Bis letzte Woche haben wir uns täglich noch für eine Trainingseinheit getroffen und ausgetauscht. Seitdem die Entscheidung zur Verschiebung gefallen ist, haben wir bewusst etwas Distanz gehalten und nur sporadisch über WhatsApp kommuniziert, um auch mental etwas Abstand zu den ganzen Gedanken um Olympia zu gewinnen.
Welche Tipps gibst du derzeit Deinen Athleten?
Aktuell geht es vor allem darum, die Ruhe zu bewahren, Sicherheit im familiären Umfeld zu gewährleisten und die physiologische Leistungsfähigkeit auf einem akzeptablen Niveau zu halten. Jeder Sportler hat da für sich seinen Weg gefunden, das zu realisieren.
Was empfiehlst du jüngeren Kanuten?
Auch wenn mit den Ausgangsbeschränkungen die Nutzung von Sportanlagen inklusive Bootshäusern und Slalomstrecken bis auf wenige Ausnahmen untersagt ist, unseren Sport kann man zum Glück auch in der freien Natur ausüben. Wenn die Möglichkeit da ist: schnappt euer Boot und nutzt die Flüsse! Bitte dabei aber nicht ohne Aufsicht paddeln gehen und auf die Personenzahl achten. Ansonsten siehe nächster Punkt
Welche Übungen befürwortest du?
Im Zuge der Trainingseinschränkungen weltweit hat sich in den Social Media der Trend zu sogenannten Challenges rasant verbreitet: mit Improvisation und Kreativität werden eigentlich täglich neue Aufgaben kreiert und zum Nachmachen aufgefordert. Das ist zum einen gut gegen eventuelle Eintönigkeit im Garten- oder Wohnzimmertraining, zum anderen kann es auch anregen, sich selbst solche Challenges auszudenken.
Gibt es auch Dinge, die man nicht machen sollte?
Eigentlich nur, sich nicht an die behördlichen Regelungen zu halten, hier ist der Sport mit seiner Vorbildfunktion in der Verantwortung.
Viele jüngere Sportler intensivieren das Krafttraining, wenn sie nicht paddeln gehen können. Ist das der richtige Weg?
Es ist der richtige Weg, um seinen Körper in Schuss zu halten. Da es sicher nicht viele Sportler gibt, die einen voll ausgerüsteten Fitnesskeller zur Verfügung haben, wird es oft auf Trainingsübungen mit dem eigenen Körpergewicht hinauslaufen und dagegen ist nichts einzuwenden.
Und eine letzte Frage. Was machst du, um fit zu bleiben?
Mein Fitnessstudio ist der Garten, hier lege ich meine "Grundlagen": sägen, hacken, usw. Aber ich habe auch bereits mein Mountainbike auf Vordermann gebracht. Da werden in den nächsten Tagen sicher ein paar Touren möglich sein.
Kajakfahrerin Ricarda Funk (Bad Kreuznach):
Wir haben mit unseren Trainern einstimmig beschlossen, dass wir zunächst einmal runterfahren, etwas abschalten, das Ganze erstmal sacken lassen. Und vor allem um Kraft und Energie zu tanken, damit wir noch einmal einen komplett neuen Aufbau starten können. Wie das Sportjahr weitergehen wird, weiß ja derzeit keiner, wir sind da noch total in der Ungewissheit. Ich denke, dass es ganz, ganz wichtig ist, dass wir jetzt regenerieren. Wir haben bis jetzt sehr hart trainiert, deshalb muss vor allem auch der Kopf herunterfahren und abschalten. In zwei Wochen wollen wir spätestens wieder ins Training einsteigen, dann versuche ich das Training so gut es geht durchzuziehen. Man weiß zwar nicht, wie sich die Lage entwickelt, aber ich denke, dass ich dann ganz normal wieder auf das Wasser kann und ansonsten versuche ich mein Kraft- und Allgemeinathletiktraining so kreativ wie möglich zu gestalten. Drer Kraftraum ist gesperrt, also versuche ich mir mit anderen Materialien zu helfen, um das Kreaftniveau einigermaßen zu halten. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ich habe mir jedenfalls einige Matrialien beschafft, mit dennen ich mir mein eigenes Programm aufgebaut und zusammengestellt habe. Dennoch machen wir uns schon Sorgen, wie lange diese Situation anhält, weil nichts planbar ist. Aber das geht ja allen so.
Quelle PM DKV Uta Büttner 30.03.2020

(A)
Der Internationale Kanuverband unterstützt voll und ganz die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, die Olympischen Spiele 2020 und die Paralympics im Juli und August nächsten Jahres (2021) in Tokio abzuhalten.

Das IOC und die japanischen Organisatoren gaben heute bekannt, dass die Olympischen Spiele vom 23. Juli bis zum 8. August nächsten Jahres stattfinden werden, während die Paralympics zwischen dem 24. August und dem 5. September stattfinden werden.
Das ICF sagte, es sei das fairste Ergebnis für die Athleten und Offiziellen, die nun hoffentlich die Chance erhalten, sich vor den Spielen vollständig vorzubereiten.
"Wir werden weiterhin mit dem Internationalen Olympischen Komitee zusammenarbeiten, um die Qualifikationsveranstaltungen und die Termine für die noch nicht zugewiesenen Quoten festzulegen", sagte ICF-Generalsekretär Simon Toulson.
"Das IOC hat bereits angekündigt, dass alle bereits zugeteilten Quoten für die Spiele im nächsten Jahr gültig bleiben werden, eine Entscheidung, die wir voll und ganz unterstützen.
Archivbild London 2012
"Natürlich hat die erzwungene Verschiebung der diesjährigen Spiele Probleme und Störungen für unsere Athleten und die gesamte Kanusport-Gemeinschaft verursacht, aber jeder weiß, dass es überall auf der Welt Menschen gibt, die vor weit größeren Herausforderungen stehen als wir als internationaler Sport.
Herr Toulson sagte, dass die neuen Termine für die Olympischen Spiele und Paralympics mit mehreren Veranstaltungen im ICF-Wettkampfkalender für 2021 kollidieren werden, dass der Verband jedoch mit den gastgebenden Organisatoren zusammenarbeiten wird, um neue Termine zu finden, die für alle Beteiligten möglichst wenig Unannehmlichkeiten verursachen.
"Es wird nie leicht sein, Veranstaltungen wie die Olympischen und Paralympischen Spiele zu verschieben, und das wird allen Beteiligten Kopfschmerzen bereiten", sagte Toulson.
"Wir sind sehr glücklich im ICF, dass wir einige fantastisch loyale und professionelle Gastgeber haben, und wir werden sehr hart daran arbeiten, dass alle notwendigen Änderungen mit so wenig Unannehmlichkeiten wie möglich für diese wichtigen Partner stattfinden.
"Wie immer wird die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten der internationalen Kanu-Gemeinschaft unsere Priorität sein. Wir danken allen für ihre bisherige Geduld".
Das ICF steht in dieser schwierigen Zeit in regelmäßigem Kontakt mit dem IOC und wird weiterhin Aktualisierungen vornehmen, sobald diese vorliegen.
Marianne Stenglein 30.03.2020

(A)
Die olympischen Sommerspiele 2020 wurden verschoben, hier sind die Stimmen
der betroffenen Kanuslalom Sportler dazu

Stimmen der Slalomkanuten zur Verschiebung der olympischen Sommerspiele 2020
In drei Kategorien stehen die Olympia-Teilnehmer fest. Weltmeisterin Andrea Herzog im C1, Hannes Aigner und Ricarda Funk. Alle drei hatten auch den Olympia-Quotenplatz bei den Weltmeisterschaften im September 2019 im spanischen La Seu d'Urgell erpaddelt. Den C1-Männern war dies nicht gelungen. Letzte Chance wären die Europameisterschaften in London Mitte Mai dieses Jahres gewesen. Da diese abgesagt wurden, erhielt der Deutsche Verband aufgrund der Weltranglistenplätze eins und drei den Quotenplatz am grünen Tisch. Zu der heutigen Bekanntgabe der Olympia-Verschiebung anbei nun die Stimmen der Olympia-Starter bzw. Kandidaten:

Andrea Herzog (Leipzig), C1:
Ein wenig enttäuscht bin ich schon, dass Olympia verschoben wurde, aber verschoben ist nicht aufgehoben. Ich denke, es ist im Moment die einzig richtige Entscheidung, weil keine gleiche Vorbereitung aller Nationen gewährleistet werden konnte. Damit wären dann auch keine fairen Olympischen Spiele möglich gewesen. Ich hoffe, dass das Coronavirus dann irgendwann besiegt ist und wir nicht Olympia noch von 2021 auf 2022 schieben müssen. Es wäre auch schade, wenn wir die in Tokio geplanten Lehrgänge und auch den Lehrgang in Australien nicht machen könnten. Denn dann hätten wir Europäer ganz schlechte Karten, weil wir hier nicht auf das Wildwasser können. Ich bleibe aber positiv und hoffe, dass Mitte oder Ende Sommer alles wieder normal ist. Ich sehe es jetzt als Chance, dass wir ein Jahr lang mehr Zeit haben, uns vorzubereiten. Auch für das Mentale ist es eine ganz gute Sache, dass man jetzt den Stress noch einmal gehen lassen kann und komplett von vorn anfangen kann. Ich hoffe, dass wir nominiert bleiben und nicht noch einmal eine Qualifikation fahren müssen. Diesen Stress möchte im Moment wohl keiner haben.

Ricarda Funk (Bad Kreuznach), K1: Ich bin unendlich traurig. Ich denke aber, dass die Entscheidung steht, obwohl es mir schwer fällt, das zu zugeben. Im Vordergrund steht aber jetzt die Gesundheit der Weltbevölkerung.

Hannes Aigner (Augsburg), K1: Es ist natürlich sehr schade, dass Olympia nicht wie geplant in diesem Sommer stattfinden kann. Allerdings ist es angesichts der aktuellen Situation die richtige Entscheidung, die Olympischen Spiele um einige Monate zu verschieben. Das ändert aber nichts an meiner Motivation, in Tokio um die Medaillen zu kämpfen. Bei all den vielen Nachteilen durch die Pandemie gibt es aber auch einen großen Vorteil für mich: Ich kann endlich Zeit mit meiner Familie verbringen. Ich wurde letzten Sommer Vater und war seitdem sehr viel unterwegs. Deswegen werde ich die nächsten Wochen zuhause genießen, um dann wieder voll motiviert anzugreifen und mich auf Olympia vorzubereiten. Slalomkanute vom AKV Augsburg
Bild: Hannes Aigner
Franz Anton (Leipzig), C1: Ich bin froh über die getroffene Entscheidung. Allerdings muss man bedenken, dass damit die Corona-Krise noch nicht gelöst ist. Das Datum steht zwar jetzt ein Jahr später, aber wir haben noch immer das gleiche Problem. So lange das nicht geklärt ist, ist das Ziel Olympische Spiele immer nur eine Zahl im Kalender. Ich möchte natürlich zu den Spielen. Aber es wird nun schon der dritte Winter in Serie, den ich mich auf Olympia vorbereiten muss. Seit 2018/2019 sind wir im Olympia-Modus. Mein Körper hat soetwas noch nicht mitgemacht und vielen anderen Athleten geht es nicht anders. Das muss man erst einmal verkraften. Ich freue mich aber auf diese Aufgabe, weil ich das Ziel, Olympische Spiele, nicht aus den Augen verliere.

Sideris Tasiadis (Augsburg), C1: Die Olympia-Absage ist eine richtige Entscheidung. Ich finde es gut, dass es auch frühzeitig gemacht wurde. Jetzt geht es bei uns natürlich wieder von vorn los. Ich kann nicht sagen, wie die ICF bei uns entscheidet, ob unser Quotenplatz bestehen bleibt oder es im nächsten Jahr eine EM geben wird, wo dann die Olympia-Plätze verteilt werden. Man muss auch sehen, wie unser Verband reagiert, ob wir eine nationale Quali fahren und ob die Leute, die die Quali bereits sicher haben, sich auch noch einmal neu qualifizieren müssen. Ich bin gespannt und warte ab, was jetzt passiert. Wir Sportler können uns jetzt erst einmal ein, zwei Wochen etwas rausnehmen, wir müssen uns nicht unbedingt fit halten. Und dann heißt es, sich wieder neu zu fokussieren. Slalomkanute von den Kanu Schwaben Augsburg
Bild: Sideris Tasiadis

Quelle PM DKV 25.03.2020


Bilder: Marianne Stenglein



Abgesagte Kanuslalom Wettkämpfe der nächsten drei Wochen
 
Weltranglistenrennen in Hüningen - 14./15.03. - ABGESAGT
Nach Rücksprache mit den lokalen Behörden haben die Organisatoren das für das kommende Wochenende (14./15.03.) in Hüningen/Frankreich geplante Weltranglistenrennen abgesagt
Link zur Meldung auf der Webseite des Ausrichters
Meldung auf der Webseite der ICF
Meldung auf der Webseite des Schweizer Kanu-Verbandes
 
Kanu-Slalom-Wettkampf in Bergheim/Erft - 21./22.03. - ABGESAGT
Der Wettkampf wurde vom Ausrichter abgesagt.
 
18.Elz-Kanu-Slalom in Waldkirch - 22.03. ABGESAGT
Mitteilung auf der Webseite des KC Elzwelle
 
Weltranglistenrennen in Markkleeberg - 4./5. April - ABGESAGT
Mit Mail vom 13.03. hat der Ausrichter darüber informiert, dass der Wettkampf abgesagt ist. Quelle DKV

(A)
Slalomtraining in der Wüste von Dubei
Das Kanuslalom eine Sommersportart ist, liegt auf der Hand. Da allerdings eine gute Form bereits im Frühjahr erreicht sein muss, ist ebenso völlig klar, dass besonders im Winter hohe Trainingsumfänge erbracht werden müssen.

Bild: Die DKV-Mannschaft


Daher überbrückte die Auswahlmannschaft um Bundesnachwuchstrainer Eric Mendel auch dieses Jahr den Winter mit einem Wildwasser-Trainingslager in wärmeren Gefilden. Mendel führte seine Mannschaft von Mitte Februar bis Anfang März in die Wüste nach Dubai, genauer gesagt in das Emirat Abu Dhabi.
Das arabische Fürstentum liegt an der Grenze zum Oman, rund 160 Kilometer südöstlich der gleichnamigen Stadt Abu Dhabi.
Bild: Noah Hegge, Selina Jones, Julian Lindolf, alle drei Kanu Schwaben
Dort lies der Scheich mitten im Wüstensand einen Wildwasserpark anlegen, der bei Temperaturen von um die 30 Grad Celsius ein angenehmes Training ermöglicht. In dieser künstlichen Oase, „Green Mubazzarah“ genannt, standen Erwerb und Festigung der
Wildwassertechniken im Vordergrund.
„In Green Mubazzarah haben wir perfekte Rahmenbedingungen, um uns auf die neue Saison vorzubereiten. Wir haben dort eine sehr gute Strecke, eine Top-Unterkunft und kurze Wege“, so Mendel.
Ein Trainingswettkampf mit elf starken Kanu-Nationen bildete einen der Höhepunkte. Erfreulich: In jedem der vier olympischen Disziplinen wurde jeweils ein Podestplatz für das deutsche Team eingefahren.
Die Saison beginnt für die meisten Nachwuchsathleten mit dem ICF Weltranglistenrennen in Markkleeberg vom 03.-05. April. Vom 30. April bis 03. Mai stehen dann auf gleicher Strecke die nationalen Qualifikationsläufe an.

Quelle DKV 02.03.2020


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