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Weltcup-Auftakt vom 6. bis 8.
Juni in Spanien
Der Weltcup-Auftakt im Kanuslalolom und Kajak-Cross im
spanischen La Seu d’Urgell mit Start am Freitag wird mit
Spannung erwartet. Insbesondere wird sich zeigen, welche Auswirkungen
der neue Wettkampfmodus hat. So gibt es nur noch einen Vorlauf, bei dem
sich die besten Zwölf sofort für das Finale
qualifizieren. „Das erfordert eine Umstellung. Es geht sofort
um Alles oder Nichts“, sagt Noah Hegge (Kanu Schwaben
Augsburg). Deshalb gehe es darum, sich möglichst schnell in
den Wettkampfmodus zu bringen. Auch Andrea Herzog (Leipziger KC)
betont, dass es zunächst auch darum ginge, sich an den neuen
Modus zu gewöhnen, auch wenn „wir das letzte Jahr ja
schon notgedrungen ab und zu schon einmal ausprobiert
hatten“. Der Grund waren damals Wetterereignisse. Sie sei
gespannt, wie das jetzt ist, wenn bereits nach nur einem Vorlauf nur
die Top Zwölf ins Finale kommen, „wie sich das auch
in der Aggressivität verändert, die schon in der
Qualifikation gefahren wird oder ob da doch noch Sicherheitsvarianten
eher noch gewählt werden“. Nachwuchshoffnung Enrico
Dietz (RKV Bad Kreuznach), der bereits zum vierten Mal in La Seu ist,
meint, „die Strecke liegt mir ziemlich gut würde ich
sagen. Trotzdem ist die Anforderung dieses Jahr nochmals deutlich
höher, da es kein Halbfinale gibt.“ Bild: Emily Apel Die Besonderheiten der Strecke in Seu Die Strecke in den spanischen Pyrenäen ist speziell. Die 1992 für Olympia gebaute Strecke hat ein wenig ihre Eigenheiten. Es fließt weniger Wasser den Kanal hinunter – die flachen, schmalen Stellen sind anders zu fahren als woanders. Zwar sieht die Strecke sehr unscheinbar aus, aber sie hat ihre Tücken. Die Kehrwasser sind sehr klein, es ist sehr flach. Man bleibt hin und wieder mit dem Heck hängen. Besonders schwerere Athleten könnten dabei ein Problem haben. Deshalb muss man anders fahren als auf anderen Strecken. Das heißt, das Boot nicht so sehr im Wasser versenken und das Paddel an manchen Stellen herausnehmen, sonst bleibt man unten mit dem Paddel hängen. Entsprechend hebt auch Olympiasiegerin Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach & Kanu Schwaben Augsburg) die Besonderheiten der Strecke hervor: sehr schmal, sehr eng. „Ich sage immer ganze gerne, dass ich von den Steinen ein bisschen attackiert werde: Man bleibt hin und wieder mal daran hängen. Daran muss man sich einfach gewöhnen.“ Gute Erinnerungen dürfte die Rheinländerin auf jeden Fall an Seu haben. Denn 2019 machte sie hier ihre erste Olympia-Teilnahme fest. Funk freue sich, „dass die internationale Saison nun endlich Fahrt aufnimmt. Die zwei Wochen Pause nach der EM in Paris hätten ihr jedoch gutgetan. „Die habe ich gebraucht, weil es nach der nationalen Quali Schlag auf Schlag weiterging“, sagt sie. Noah Hegge (Kanu Schwaben Augsburg) sagt, „in Seu ist es immer tricky, sich auf den Kurs einzustellen. Es ist keine leichte, sondern eine sehr anspruchsvolle, charakterstarke Strecke, die aber auch Spaß machen kann.“ Kleinste Fehler würden bereits bestraft werden, „deshalb ist höchste Aufmerksamkeit geboten“. Andrea Herzog (Leipziger KC) feierte 2019 ihren ersten Weltmeistertitel in Seu. „Mit Seu verbinde ich immer gute Erinnerungen, immer gute Wettkämpfe.“ Ihr Ziel sei, „genauso aggressiv an die Läufe heranzugehen wie ich das auch in Paris schon gemacht habe.“ Ansonsten gilt es natürlich weiter darum, sich ein gutes Gefühl aufzubauen, um mit ganz viel Erfahrung und Selbstbewusstsein in Richtung WM gehen zu können.“ Bild:
Noah Hegge
Die Erinnerungen an 2019 in Seu waren für Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben Augsburg) sicher eher negativer Natur. Er kassierte damals eine umstrittenen 50-Sekunden-Strafe wegen eines nicht korrekt befahrenen Tores und verpasste damit das Olympia-Ticket. Zudem war es neben ihm auch keinem anderen Canadierpaddler damals gelungen, die Olympia-Quotenplatz für Tokio zu holen. 2019 war auch das bislang letzte Mal, dass Tasiadis in Seu war. Doch der Augsburger kann, wie kaum ein anderer sich schnell auf verschiedene Wildwasserverhältnisse einstellen. Zum Kanal sagt er, der zu den schwereren Athleten gehört: „Man muss sich hier und da etwas anders anpassen, weil es ein bisschen flacher ist. Man darf sein Paddel nicht ganz so weit ins Wasser stecken. Und wenn man bisschen schwerer ist, ist das Streckenprofil nicht so angenehm zu fahren, weil man hier und da mehr aufsetzt im Boden.“ Bild: Ricarda Funk Klubkollege Niels Zimmermann hatte aufgrund eines Infektes die EM in Paris verpasst. „Ich möchte nun in Seu mit einem guten Gefühl in die Wettkampfsaison starten.“ Er freue sich sehr über die Chance, in diesem Jahr bei den internationalen Wettkämpfen der Leistungsklasse teilnehmen zu dürfen und so vor allem Erfahrung sammeln zu können. Auf mehr Erfahrung kann Lennard Tuchscherer (Leipziger KC) schon zurückschauen. Er sei inzwischen ganz vertraut mit der Strecke in Seu. „Ich fühle mich ganz wohl, hier herunter zu fahren“, sagt er. Der Leipziger sei gespannt auf das Kursdesign, weil die ersten Wettkämpfe in der Saison ein bisschen die Richtung zeigen würden, wie kommende Strecken gehängt werden. „Ich freue mich, dass es jetzt weltweit richtig losgeht. Ich fühle mich gut. Ich fühle mich fit, habe Bock.“ Hannes Aigner verzichtet auf den Start Hannes Aigner (Augsburger KV) wird in La Seu und auch beim zweiten Weltcup im französischen Pau nicht starten. „Der Grund ist, dass ich im vergangenen Jahr ohne Trainer arbeiten musste, weil mein Platz in der Trainingsgruppe an einen Nachwuchssportler vergeben wurde. Erst jetzt, nachdem ich im WM-Team bin, konnte ich während der EM wieder ein paar Trainingseinheiten mittrainieren. Durch die lange Zeit ohne Trainer habe ich aber aktuell noch Defizite wie zum Beispiel unter Geschwindigkeit eine saubere Technik zu fahren. Das ist einer der Bereiche, die ich alleine nicht machen kann – einfach, weil ich mich weder selbst stoppen noch filmen und meine Fahrweise im Detail analysieren kann“, erklärt der Augsburger. „Deshalb steige ich später in die Weltcup-Serie ein und setze meinen Fokus voll auf die Vorbereitung für die Weltmeisterschaft in Penrith. Das WM-Ergebnis ist für mich – ebenso wie für Stefan Hengst – besonders wichtig, da wir die einzigen beiden Athleten sind, die einen Leistungsnachweis erbringen müssen, damit der Verband mit uns in Richtung 2028 plant. Angesichts dieser Ausgangslage ist das eine große Herausforderung.“ Text:
Uta Büttner
Das
Weltcup-Team in La Seu:
Zeitplan: Freitag, 6. Juni 11.05 – 13:50 Uhr Qualifikation Kajak Damen & Herren 15.05 – 15.43 Uhr Finale Kajak Damen 15.48 – 16.26 Uhr Finale Kajak Herren Bild.
Sideris Tasiadis
Samstag,
7. Juni10.25 – 12.50 Uhr Qualifikation Canadier Damen & Herren 14.05 – 14.43 Uhr Finale Canadier Damen 14.48 – 15.26 Uhr Finale Canadier Herren Sonntag, 8. Juni 10.00 – 10.55 Uhr Kajak-Cross Individual Damen (neu in diesem Jahr als Medaillen-Entscheidung) 11.00 – 12.24 Uhr Kajak-Cross Individual Herren (neu in diesem Jahr als Medaillen-Entscheidung) 14.00 – 16.14 Uhr Kajak-Cross Achtel,- Viertel- und Halbfinals Damen & Herren 16.02 – 16.07 Uhr Kajak-Cross Finale Damen 16.09 – 16.14 Uhr Kajak-Cross Finale Herren Live-Ergebnisse: Live-Streaming: Text DKV Frau
Büttner, Fotos der vier Augsburger von Marianne Stenglein
06.06.2025
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